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Hallo Kroatien-Freunde!

November 16, 2017

Hallo, liebe Kroatien-Freunde,

 

heute möchte ich auf einen Online-Artikel des Nachrichten-Magazins „Spiegel“ eingehen. In dessen Reise-„Magazin“ liefert die Autorin Anne Haemig (nomen est omen, dass der Name wie das deutsche „hämisch“ = gemein klingt??) einen völlig unbegründeten, absolut negativ voreingenommenen Verriss über Zagreb ab.

 

Exemplarisch dafür: Sie pickt die z.B. auch in jeder anderen Stadt weltweit sicher vorhanden Negativ-Punkte wie 70er Jahre-Bausünden heraus und macht selbst vor einem niveaulosen Bashing der historischen Altstadt nicht halt.

 

Der Zagreber Tram #tramvajzagreb #zagreb

kreidet Sie an, dass sie durch enge Kurven fahren muss; wo in anderen, jahrhundertealten Städten wie z.B. Lissabon #lissabon #portugal #carroseléctricosdelisboa oder Soller auf Mallorca #soller #mallorca die Tram als romantisch geschätzt wird, sieht sie das in Zagreb als Nachteil. (Die Straßenbahn in Berlin, welche auf Betontrassen der 60er, 70er oder 90er fährt, ist natürlich „viel schöner“.

 

Die Fußgängerzone #pjesackazona #trgbanajelacica #lovezagreb #zagrebcity vergleicht sie dann mit der von Bochum, Bruchsal oder Rostock. Klar, mit früheren Wohnsitzen in Konstanz und Karlsruhe hat man ja ohnehin die weltstädtische Brille des kosmopolitischen Oberverstehers auf. Aber mit Verlaub, schon der Vergleich dieser 3 deutschen Städte hinkt, kann man doch Rostock an der Ostsee nicht mit Bochum im Ruhrgebiet vergleichen, ganz zu schweigen die Einwohnzahl Bochums (364.000) mit Bruchsal (44.600). Aber Äpfel mit Birnen zu vergleichen ist natürlich einfach.

 

@Zagreb: wenn man nur den Hauptplatz Ban Jelačić als Fußgängerzone heranzieht 

verschweigt man die Seitengassen, die vielen Cafes wie Bastion No. 19 oder orientexpresszg (und nein, die sind nicht alle Mainstream – vor allem, wenn man die beschränkten finanziellen Mittel des Landes und der Menschen ins Auge fasst). Stände mit Maroni-Verkäufern oder den leckeren Maiskolben, gekocht oder gebraten – Aromen und Düfte, an jeder Ecke neu auftauchend, das Meer und Urlaubsfeeling in die Stadt holend.

 

Diese Stadt lebt! In Bruchsal, wo ich schon ab und an war, habe ich kein solches Gefühl erlebt.

 

Und wenn Sie über die Dichte an Friseuren – in meiner Heimatstadt Göppingen #stadt_goeppingen wird diese locker getoppt – oder über die Masse an - vor allem deutschen – Drogerien klagt, dann hätte Sie sich etwas Zeit nehmen können um das köstliche Eis bei  Chocolat041 #chocolat041 zu genießen. Aber Genuss verspürt die Autorin wohl nur im unkonstruktiven Verriss.

 

Und wenn sogar über geschichtliche Ruinen gelästert wird – da sollte gerade ein Berliner bzw. Wahl-Berliner (echten Berlinern, die ich während meiner Zeit in Berlin 2008-2009 kennen- und schätzen gelernt habe, möchte ich hier nicht zu nahetreten) eine laufende Ruine Namens #BER in Erinnerung gerufen werden. Immerhin kosten in Zagreb an Feiertagen die Straßenbahnen 0,0 Kuna (ob provinziell oder nicht, kostenlos auf gut deutsch) – in Berlin kostet sogar die S-Bahn an den neuen Flughafen, der seit Jahren nicht in Betrieb ist, den Steuerzahler Unsummen an Geld. Was ist sexier?

 

Was Zagreb noch zur Number One Destination Europas 2017 macht (den Titel braucht es nicht wirklich, ich finde es herrlich, dass die Stadt und das Land nicht überlaufen sind mit Touristen, welche einfach blind durch die Gegend laufen): 2016 - und heuer - 2017 wurde von vielen Fachleuten der Weihnachtsmarkt #adventinzagreb als schönster in Europa gekürt. Aber diese Recherche bedarf einer echten Journalistin. 

 

Sie lässt dies alles nicht auf sich beruhen - während Sie arrogant Zagreb als Most Boring City abtut, schreibt sie eine eigene oberflächliche Gebrauchsanweisung zusammen, die zeigt, dass sie Zagreb gar nicht kennt....  und übersieht dabei folgende vorhanden Abenteuer in der Stadt, welche die Autobahn ans Meer getrost den ein oder anderen Tag vergessen lassen:

 

Der Maksimir-Park, welcher schon von Wladimir Kaminer #vladimirkaminer begeistert besprochen wird, den Tunnel Grič #tunelgric – ein interaktives Museum mitten in der Stadt zu Stadt, Land und Leuten, und das auch noch kostenlos. Von wegen langweilig, (mit Absicht vermeide ich ihr denglisch boring) hier er-„lebt“ man Geschichte! Unzählige, köstliche Craft Biere (mit Craft-Beer-Fest!): Red Baron #redbaronbeer (getestet und für lecker befunden), Zmajsko Pale Ale (very cool) #zmajskapivovara , Nova Runda (köstlich – aus eigener Erfahrung nach meinem Vortrag im November 2016) in der Bar Bastion N°19 #novarundacraftbrewery etc…

 

Die Tkalčićeva ulica – wo sich Bar an Bar, Kneipe an Kneipe aneinanderreihen, ohne dass Charme und Lässigkeit verloren gehen. Vergleicht man das mit dem Simon-Dach-Kiez, weiß man, wie authentisch und fröhlich es zugehen kann. Aber eben nicht in Berlin, sondern in Zagreb.  

 

 

Die Standseilbahn mitten in der Stadt (mit 66 Metern Bahnstrecke ist sie bekannt als die kürzeste Drahtseilbahn der Welt) führt hinauf zum Strossmayerovo setališče.

 

Im Sommer finden hier viele Live-Events statt (und das nicht nur Duran Duran, sondern auch hervorragender Jazz), mit Blick über die Stadt, wo sich die ganze Welt trifft, friedlich und glücklich ein Bier zusammen trinkt. Oder Wein. Oder Schnaps. Aber immer gut gelaunt. Menschen aus Australien, Italien, USA etc. erfreuen sich einer entspannten Lebenslust, die sie wohl nie kennen gelernt hat.

 

 

 

 

Ganz widerwärtig wird Frau H. jedoch, wenn sie anfängt, das Land und vor allem die Menschen zu beleidigen. So schreibt sie anhand eines Flohmarktes: "Wo Händler kaputte Federbälle verkaufen oder alte Plastiktüten auf einer Decke anbieten, als wären es Preziosen.“  Vielleicht hat sie als wohlhabendes „Rich Kid" einer westdeutschen Familie zwar über „postkoloniale Literatur“ promovieren dürfen, darüber aber jeder Ethik verloren, die sie eine vielleicht noch arme, post-sozialistische Gesellschaft etwas humaner beschreiben ließe. Zumal es auf dem Britanski Trg #britanskitrg #britanac einen wundervollen Flohmarkt gibt, umrandet von Cafes, herrlichen Gebäuden aus der K&K-Zeit – mitten in der Stadt.

 

Und in ihrer Wahlheimat Berlin gibt es ja weder alternativen Kommerz-Keipenrummel wie die Simon-Dach-Straße oder die pseudo-edlen Starbucks-Flaniermeilen wie Friedrichstraße oder Ku-Damm - wo sie doch so herrisch die Uniformität der Plastikfußgängerzonenbars ausgerechnet anhand des harmlosen Zagreb „kritisiert“. Auch soziale Brennpunkte in Neukölln oder den „Sozialpalästen“ des bürgerlichen Schönebergs muss sie übersehen haben - obwohl man Berlin auch als eine völlig überbewertete, event-notgeile, aber eigentlich arme Hauptstadt der westlichen Welt nennen könnte. Aber Berlin hat nicht die Hasenheide, München hat nicht das Hasenbergl, Hamburg nicht den Mümmelmannsberg ...

 

Da muss man ja auch selber keine Ahnung von „Kunst“ haben oder lokaler Küche, um ein kleines Land wegen seiner entsprechend wenig umfangreichen Kunstsammlung niederzumachen oder Palatschinken mit Bier „runter zu spülen“.

 

Den ganzen Artikel im Klo runterspülen wollte mein deutscher Freund Tom, als er diese Zeile las: „In einem Land, dessen Währung Kuna heißt, übersetzt "Marder", das provinziellste aller Tiere.“ Hier produziere sich eine Autorin unnötig absolut niederträchtig auf Kosten einer sicher traditionsreichen, aber im Aufbruch befindlichen Stadt, mit vielen jungen, kreativen und aufgeschlossenen Menschen, mit tollen alten und neuen Bars, mit geilen Ćevapčići  und sensationellem Craft Beer… alles zwar nicht made in hipster-Berlin, aber eben ehrlicher und lebendiger. Er hätte ihr auch die Fahrkarte nach Rijeka verweigert, sondern sie lieber gleich nach Hause geschickt.

 

Aber nicht ins schicke, Starbucks-überfüllte Berlin-Mitte, sondern zu den „Anschnauz-Berlinern“ in die Randbezirke. Damit sie dort vielleicht etwas vom wahren Leben lernen kann, bevor sie hochmütig über engagierte und freundliche Menschen anderer Kulturen herzieht.

 

 

Wie herrlich entspannt muss es da zusätzlich wirken, wenn man ganz einfach mit den Menschen ins Gespräch kommt – ob auf kroatisch, englisch oder deutsch. Ja, Kroaten und Kroatinnen sind weltoffen und heimatverbunden – und trinken Rakija – aber im Gegensatz zu unwissenden Journalisten oft selbstgebrannten und meistens sehr viel besseren Schnaps als der aus jedem Supermarkt. Aber dafür kann sie sich dann ja einen überteuerten und überbewerteten Grappa gönnen, oder einen ach so tollen Obstler, den es auch in jedem Supermarkt in Deutschland gibt. Prost!

 

 

 

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Teaser:

Im Spiegel Online-„Reise-Magazin“ erschien kürzlich ein sehr verzerrender, unsachlicher und auch gehässiger Artikel über Zagreb (als Reaktion zum Bericht von Lonely Planet) - da ich die Stadt gut kenne, und nicht nur weil sie mein Heimatland repräsentiert, habe ich in meinem Blog diesen Kommentar verfasst. Diesen Verriss findet Ihr hier.

 

Zu den Autoren
Mladen Krčmar – Sohn kroatisch/serbischer Einwanderer ist seit über 20 Jahren als Immobilienmakler mit seinen Unternehmen Wohnfreiheit #wohnfreiheit in Deutschland aktiv; mit beruflichen und privaten Stationen in seiner Heimatstadt Göppingen, München, Berlin und jetzt Augsburg. Als Folge des Gastvortrags in Zagreb, wurde MORE | International Properties #moreinternationalproperties gegründet.

 

Mladen Krčmar war im NOV 2016 als einziger deutscher Immobilienmakler vor über 400 Maklerkollegen, der HGK sowie lokaler und nationaler Politik als Gastredner in Zagreb auf dem Immobilienforum sowie der REXPO 2016 anwesend. 2017 wird er sein stark wachsendes Unternehmen MORE | International Properties, welches sich auf kroatische Immobilien für deutsche Kunden spezialisiert, wieder vertreten sein.

 

Tom Hegemann

Meine Eindrücke von Zagreb und Kroatien teilt auch mein Freund und Kollege Tom Hegemann, Interior Designer aus Berlin. Als "europäischer Kosmopolit" hat er einige Inspirationen zu meiner „Gegendarstellung“ beigetragen - wir waren zusammen in Zagreb, und er ist viel herum gekommen, fotografiert immer und überall, und hat ein offenes Auge für neue und andere Umgebungen.

 

Wir sind schon zu einem Glühwein in Zagreb verabredet - müssen nur noch Zeit finden dafür. 

 

 

 

 

 

 

 

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